Hauptsache Natur – für mehr Wohlbefinden und Gesundheit!

von Viktoria Spätauf, MSc.

Kennen Sie das auch? Sie haben einen anstrengenden Tag und möchten sich am liebsten die Decke über den Kopf ziehen! Manchmal neigen wir Menschen dazu, in Momenten des Unwohlseins und der Erschöpfung den Rückzug anzutreten. Sei es nach einem stressigen Arbeitstag oder Streit mit unseren Liebsten. Generell ist es wichtig, Zeit für sich selbst im Alltag einzubauen: Wir ordnen unsere Gedanken, lassen Geschehenes Revue passieren, erholen uns und planen unsere nächsten Vorhaben. Wir wollen also Kraft tanken, um in die kommenden Tage wieder voller Energie und Tatendrang zu starten. Und dabei kann uns Zeit in der Natur unterstützen. Erfahren Sie im Folgenden, warum ein kleiner Spaziergang im Grünen unseren Alltag um so vieles verschönern kann.

Der positive Einfluss der Natur – es muss nicht immer Sport sein!

Dass Sport in vielerlei Hinsicht positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat, brauche ich Ihnen nicht zu erzählen. Mittlerweile gibt es unzählige Studien, großartige Ratgeber und YouTube-Videos, wie Sie sportliche Aktivität im Alltag einbinden können. Doch wie so oft sind es die Kleinigkeiten im Leben, die uns den Alltag verschönern! Eine Studie von Hunter, Gillespie und Chen (2019) zeigt, dass bereits ein täglicher Aufenthalt von 20 bis 30 Minuten in der Natur das Level des Stresshormons Cortisol bedeutsam senkt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie gemütlich durch den Wald spazieren oder auf einer Parkbank sitzend die Sonne genießen (1). Hauptsache im Grünen! Auch die Stärkung unseres Immunsystems zur Vorbeugung von Krankheiten wie Krebs und Depression ist ein wesentlicher Plusfaktor. Beispielsweise aktivieren Terpene (= Pflanzenstoffe und ätherische Öle aus Pflanzen) unsere körpereigenen Killerzellen. Jene Zellen, die wie der Name schon erahnen lässt, für die Zerstörung von krankheitsbefallenen Zellen zuständig sind (2). Vor allem Waldluft und der Kontakt mit Bäumen senken das Stresslevel sowie negative Gefühle und erhöhen das emotionale Wohlbefinden (3). In einer kürzlich im Mai 2019 erschienen Studie von Preuß und Kollegen wurde die bisherige Studienlage zu den Effekten der Natur auf unser psychisches  und physisches Wohlbefinden dargelegt. Dabei wird deutlich, dass über eine Vielzahl an Studien folgendes belegt werden konnte: Personen, die mehr Zeit in der Natur verbringen, erleben sich als vitaler, selbstbewusster und berichten generell eine hohe Lebensqualität. Des Weiteren fördert die tägliche Frischluft unsere Konzentrationsfähigkeit und Kreativität (4). Und als wäre das noch nicht genug, wird die Wichtigkeit der Natur für Kinder in einer Vielzahl von Studien berichtet. Beispielsweise wird einer Studie zufolge angenommen, dass eine naturbelassene Schulumgebung zu einer verbesserten kognitiven Entwicklung der Kinder führt (5). Neueste Forschungen geben Hinweise darauf, dass die Zeit, die wir als Kinder im Grünen verbringen, Einfluss auf unsere psychische Gesundheit im Erwachsenenalter haben (4). In diesem Zusammenhang bedarf es vermehrt an Forschung zu den Langzeiteffekten. Zusammenfassend kann man allerdings sagen: Ob Kind oder Erwachsener: Zeit in der Natur ist für JEDEN ratsam! Im folgenden finden Sie Tipps und Tricks, wie Sie auch „frische Luft“ auch im stressigen Alltag abbekommen!

So können Sie Ihren Alltag ein wenig GRÜNER gestalten!

Aufbauend auf den 5 Säulen von Kneipp, der es sich Zeit seines Lebens zur Aufgabe machte, Krankheiten durch natürliche Hilfsmittel vorzubeugen (6), möchte ich Tipps und Tricks für einen naturbelassenen Alltag geben.

Wasser: Wir bestehen zu 70% aus Wasser. Wir benötigen Wasser zum Überleben. Im Sommer verbringen wir gerne viel Zeit am Badesee, um uns abzukühlen. Wanderfreunde unter Ihnen werden die nach Sebastian Kneipp benannten „Kneippanlagen“ kennen, die oftmals zur Abkühlung nach einer anstrengenden Wanderung genutzt werden. Wasser tut uns gut. Wasser ist Natur. Wasser ist Kraftfutter für unser Gehirn. Trinken Sie über den Tag verteilt viel Wasser! Es ist wichtig für Ihre ganzheitliche Gesundheit und ob Sie es glauben oder nicht – vor allem für die Psyche. Des Weiteren ist es gut für die Seele einen Spaziergang entlang eines Flusses zu machen. Auch im Büroalltag in der Stadt Salzburg ein Leichtes, da Sie mitten durch locker 20 Minuten am Ufer der Salzach flanieren können. Für all jene, die die Mittagspause für eine Mahlzeit nutzen möchten – was spricht gegen ein Picknick an der Salzach statt der klassischen „Schnell-schnell-Essen“ im Büro? Eine Pause im Grünen zur kurzen Erholung nutzen! Und schon haben Sie, wie Anfangs beschrieben, 20 bis 30 Minuten in der Natur verbracht. Die Möglichkeit Natur in seinem Alltag einzubauen besteht für jeden von uns – wir müssen es nur wollen.

Lebensfreude: Womit wir auch schon bei der zweiten Säule angekommen wären. Eine positive Einstellung kann uns den Tag erleichtern und unser Wohlbefinden steigern. Studien belegen, dass uns Menschen die Zeit in der Natur glücklich macht. Warum nicht aktiv das Glück beim Wandern, abendlichen Spaziergang oder Buchlesen auf der Parkbank finden? Unser Alltag ist voll von Terminen. Arbeit, Schule, Studium, Kinder, Familie, Freunde. Wie soll man da auch noch Zeit finden, um in der Natur zu sein? Ganz einfach: Statt sich mit der Freundin im Caféhaus zu treffen, einfach zum „Sit-Together“ im Schlosspark Hellbrunn oder an der Bank am See verabreden. Treffen Sie sich mit Freunden und Bekannten an naturbelassenen Orten. Reden und Kaffee trinken können Sie dort auch. All jene, die ein bisschen mehr Action brauchen, können sich ja auch zum gemeinsamen Wandern verabreden. Auch zum Lernen und für kreative Meetings eignen sich Badeseen, Parkbänke und Wälder. Gestalten Sie Ihre Lerngruppen am See und genießen Sie die Lernpausen im kühlen Nass. Auch alleine lernt es sich in der Natur einfach besser.

Bewegung: nicht nur der einstündige Run am Morgen oder die 40km Radtour haben einen positiven Einfluss auf Ihre Gesundheit. Ein kurzer Spaziergang nach der Arbeit, 2-3 Gymnastikübungen im Garten oder Sie fahren einfach mit dem Fahrrad gemütlich zur Universität. Jeder kann ein bisschen Bewegung im Alltag einbauen. Wenn es im Grünen ist – noch besser! Sind Sie Kaffeetrinker? Ab in die Thermoskanne und gleich in der Früh eine Runde hinaus. Durch die Frischluft kommen Sie in Gang und der Tag startet schon magisch. Für Tierliebhaber empfehlenswert, sich einen Hund zu zu legen. Mit Ihrem vierbeinigen Begleiter fällt das Aufstehen und Schweinehund überwinden umso leichter.

Ernährung: Ich gebe hier keine Ernährungstipps. Dennoch: wir sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten, keine Frage. Warum das nicht gleich mit Bewegung und Natur verbinden. Auch mit Familie und Kindern kann man das Abendessen als Picknick auf der nächst gelegenen Wiese gestalten. Gerade in Salzburg und Umgebung gibt es dazu unzählige Möglichkeiten. Bei kurzer Distanz zu Fuß oder mit dem Fahrrad gut erreichbar.

Pflanzen/Heilkräuter: Die gesunde Wirkung der Pflanzen wurde oben bereits diskutiert. Daher sollen wir ja Zeit in der Natur verbringen. Doch auch jene, die viel Zeit im Büro verbringen, können sich helfen. Holen Sie sich das Grüne einfach ins Haus. Ob Sie sich eine kleine Pflanze für den Bürotisch kaufen oder ein Naturgemälde auf Augenhöhe hinhängen – es wird Ihnen gut tun! Auch das Gärtnern und Anbauen von eigenen Kräutern und Obst hat einen positiven Effekt auf unser Wohlbefinden (4).

Vermutlich könnte ich noch unzählige Tipps und Tricks anführen, um einen naturbelassenen Alltag zu gestalten. Nun sind Sie an der Reihe. Üben SIe sich selbst darin und genießen Sie die wohltuenden Effekte. „Geht nicht“ gibt’s nicht. Gerne können wir gemeinsam Möglichkeiten erarbeiten, Ihren Alltag für Sie positiv zu gestalten. Dafür biete ich das „Walk & Talk – Coaching im Gehen“ an. Denn wie bereits gesagt – durch Bewegung und Natur werden wir kreativer!

“Die Natur ist die beste Apotheke”
(Sebastian Kneipp)

Quellen:

1) MaryCarol R. Hunter, Brenda W. Gillespie and Sophie Yu-Pu Chen (2019) Urban Nature Experiences Reduce Stress in the Context of Daily Life Based on Salivary Biomarkers: https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2019.00722/full

2) Arvay, C.G. (2015) Der Bilophilia-Effekt – Heilung aus dem Wald. Ullstein: Wien.

3) Ochiai et al. (2015) Physiological and Psychological Effects of a Forest Therapy Program on Middle-Aged Females: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4690920/

4) Preus et al. (2019) Low Childhood Nature Exposure is Associated with Worse Mental Health in Adulthood: https://www.mdpi.com/1660-4601/16/10/1809/htm

5) Dadvand et al. (2015) Green spaces and cognitive development in primary schoolchildren: https://www.pnas.org/content/112/26/7937

6) Online-Quelle: https://www.kneipp.com/at_de/kneipp-welt/kneipp-philosophie/die-5-saeulen-von-kneipp/ abgerufen am 19.06.2019